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Darum artgerecht.
Von Jutta Over



Auch im Emsland wird Fleisch »artgerecht« erzeugt. Zudem bauen die Supermarktketten ihr Angebot an »Bio«-Fleisch weiter aus. – Die folgenden sieben Argumente sollen Ihnen die Kaufentscheidung erleichtern.


1
Bessere Qualität

Erzeugnisse aus artgerechter Tierhaltung sind in der Regel von besserer Qualität. Untersuchungen ergaben, dass die Milch von Kühen, die auf der Weide grasen und Grünfutter bekommen, einen wesentlich höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren hat als die Milch von solchen, die nur im Stall mit Mastfutter gehalten werden. Fleisch von Tieren, die langsamer und ohne Zusatzstoffe gemästet werden, enthält weniger Wasser – hier bekommt man mehr fürs Geld!


2
Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe

Der Tierschutz steht als Staatsziel in unserer Verfassung. Nicht die Tiere müssen an die Haltungssysteme angepasst werden, sondern umgekehrt die Haltungssysteme an die Tiere. Haltungseinrichtungen können nach heutigem Stand der Wissenschaft und Technik so gestaltet werden, dass sie die Grundbedürfnisse und das Wohlbefinden der Tiere nicht beeinträchtigen. Für viele Konsumenten ist die Vermeidung von Leid bei Nutztieren das wichtigste Argument, sich für Produkte aus artgerechter Tierhaltung zu entscheiden.


3
Schutz regionaltypischer Kulturlandschaften

Weidetierhaltung ist Landschaftsschutz. Die artenreichsten, schönsten und vielfältigsten Kulturlandschaften in unserer Region sind in vielen Fällen durch Beweidung entstanden. Man denke nur an Hude- und Heidelandschaften wie die Haselünner Kuhweide, den Wachendorfer Wacholderhain oder das Borkener Paradies. Eine Erhaltung dieser Kleinodien ist nur duch die Fortführung oder Wiederaufnahme einer extensiven Beweidung möglich. Damit diese Art der Landschaftspflege nicht zu einem dauerhaften Zuschussgeschäft wird, sollten die Produkte der Weidetiere nachhaltig genutzt werden. Die Landwirte, die solche Flächen bewirtschaften, sehen sich nicht nur als Heimatpfleger, sondern möchten ihre qualitativ hochwertigen Produkte zu einem fairen Preis an den Verbraucher bringen.


4
Erhaltung alter Nutztierrassen

Für die Weidehaltung eignen sich regionale Nutztierrassen wie das Bentheimer Landschaf, das Bunte Bentheimer Schwein oder das Lakenfelder Rind am besten, da sie an das Klima angepasst sind. Sie sind anspruchsloser und weniger krankheitsanfällig als Hochleistungsrassen. Durch artgerechte Tierhaltung auf der Weide werden die alten Nutztierrassen gefördert und der Genpool bleibt für spätere Züchtungen erhalten.


5
Gentechnikfreie Produkte

Eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger spricht sich gegen Gentechnik aus. Bei artgerechter Tierhaltung auf der Weide ist der Einsatz von gentechnisch manipulierten Tieren oder Futtersorten überflüssig.


6
Vorbeugen gegen Tierseuchen

Durch die Massentierhaltung wird die Ausbreitung von Tierseuchen, wie Schweinepest, Maul- und Klauenseuche oder Vogelgrippe begünstigt. Artgerechte Tierhaltung und eine genetische Vielfalt regionaler Nutztierrassen erhöhen die Wiederstandsfähigkeit der Tierbestände gegen Seuchen.


7
Förderung kleiner und mittelständischer landwirtschaftlicher Betriebe

Artgerechte Tierhaltung ist oft arbeitsintensiver. Dies schafft und sichert Arbeitsplätze in der Region und kommt den kleinbäuerlichen oder mittelständischen Betrieben zugute. Ein artgerecht bewirtschafteter Tierbestand eignet sich auch als Nebenerwerb für touristisch ausgerichtete Höfe. »Bio«-Fleisch erzielt auf dem Markt wesentlich höhere Preise als herkömmlich erzeugtes Fleisch. Betriebe, die regional bekannt sind und eine artgerechte Tierhaltung dokumentieren können, werden aber auch ohne das »Bio«-Siegel auf dem Markt gut dastehen.


Jutta Over ist Diplom-Biologin. Sie leitet die Regional-
geschäftsstelle des Naturschutzbundes (NABU) Emsland/Grafschaft Bentheim in Meppen.


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